Begrenzung des Solidaritätszuschlages

Der Solidaritätszuschlag wird als Ergänzungsabgabe auf die Einkommensteuer (inkl. Lohn-steuer) und Körperschaftssteuer erhoben. Er ist im Solidaritätszuschlagsgesetz (SolZG) geregelt.

Der Zuschlag berechnet sich gemäß § 4 SolZG mit 5,5 % der festgesetzten Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer. Für die Einkommensteuer gibt es allerdings eine Begrenzung. Danach wird der Zuschlag auf 20% des Differenzbetrages der festzusetzenden Einkommensteuer und der in § 3 Abs. 3 bis 5 SolZG festgelegten Freigrenzen beschränkt.

Der Solidaritätszuschlag berechnet sich demnach wie folgt:

Einzelveranlagung                  Zusammenveranlagung

festzusetzende Einkommensteuer:              1.000,00 €                              2.500,00 €

davon 5,5%                                                         55,00 €                                 137,50 €

Begrenzung:

Einzelveranlagung                  Zusammenveranlagung

festzusetzende Einkommensteuer:              1.000,00 €                              2.500,00 €

abzgl. Freigrenze:                                             972,00 €                              1.944,00 €

Differenz:                                                            28,00 €                                 556,00 €

davon 20%                                                            5,60 €                                 111,20 €

Ab einer festzusetzenden Einkommensteuer von ca. 1.340,00 € bei Einzelveranlagung und ca. 2.680,00 € bei Zusammenveranlagung greift die Begrenzung nicht mehr.

Derzeit ergeht die Festsetzung des Solidaritätszuschlages aufgrund eines anhängigen Verfahrens beim Bundesverfassungsgericht vorläufig.

Nach einem derzeitigen Referentenentwurf soll die Freigrenze ab dem Jahr 2021 deutlich angehoben werden. dadurch soll für etwa 90% aller aktuellen Steuerzahler die Abgabe komplett entfallen.

Damit wird aus dem längst überholten Solidaritätszuschlag eine Abgabe für Besserverdiener.

 

 

Berücksichtigung von Verlusten aus Übungsleitertätigkeit

Nach § 3 Nr. 26 EStG sind Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts (z.B. Vereine, Schulen, gemeinnützige Körperschaften, öffentliche Einrichtungen) bis zu einer Höhe von € 2.400,00 im Jahr steuerfrei.

Im Zusammenhang mit der Übungsleitertätigkeit entstehende (höhere) Aufwendungen sind nach Auffassung der Finanzverwaltung nur abziehbar, wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben den Übungsleiterfreibetrag von € 2.400,00 übersteigen (R 3.26, Abs. 9 LStR).

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 20.11.2018 jedoch entschieden, dass Verluste aus nebenberuflicher Tätigkeit als Übungsleiter auch dann steuerlich berücksichtigt werden können, wenn die Einnahmen den Freibetrag von € 2.400,00 jährlich nicht übersteigen.

Beispiel:

T erhält für eine Trainertätigkeit von einem Sportverein € 1.200,00 im Jahr. T sind in diesem Zusammenhang Aufwendungen für Fahrtkosten in Höhe von € 1.800,00 entstanden.

steuerlich zu berücksichtigen:

lt.Auffassung der Finanzverwaltung: € 0,00

lt.Urteil Bundesfinanzhof: € -600,00

Damit bei einer Nichtberücksichtigung der Ausgaben der vom Gesetzgeber bezweckte Steuervorteil für nebenberufliche Tätigkeit nicht in einen Steuernachteil umschlägt, können nach Auffassung des Gerichts die übersteigenden Aufwendungen steuerlich geltend gemacht werden und als Verlust mit anderen Einkünften verrechnet werden.

Die Berücksichtigung von Verlusten ist allerdings ausgeschlossen, wenn dauerhaft keine Gewinne zu erwarten sind.